Zika-Virus-Infektion

Das Zika-Virus kommt vor allem auf den südpazifischen Inseln, in weiten Teilen Asiens sowie einigen Ländern Afrikas vor. Es wurde 1947 erstmals bei einem Rhesusaffen im Zika-Wald in Uganda nachgewiesen. Im Mai 2015 wurden die ersten Infektionen in Südamerika (Brasilien) bestätigt. Schwerpunkte der Zika-Übertragung stellen aktuell Mittel- und Südamerika sowie einige pazifische Inseln Ozeaniens dar, eine Ausbreitung Richtung Mexiko und USA gilt als wahrscheinlich. Vor Ort erworbene Krankheitsfälle wurden zudem aus Ländern West- und Zentralafrikas sowie Südostasiens berichtet. Mittlerweile hat sich das Zika-Virus in mehr als 60 Ländern ausgebreitet, geschätzt 1,5 Millionen Erkrankungsfälle sind bisher allein in Brasilien aufgetreten.

Erreger und Übertragung

Das Zika-Virus wird durch sog. Aedes-Stechmücken (Aedes aegypti und Aedes albopticus, auch asiatische Tigermücke genannt) auf den Menschen übertragen. Diese Mücken sind überwiegend tag-, aber auch nachtaktiv. Die Möglichkeit der Mensch-zu-Mensch-Übertragung durch Geschlechts-verkehr gilt inzwischen ebenfalls als gesichert und ist auch für die erste in Deutschland erworbene Infektion dokumtiert.Seit Oktober 2015 sind in Deutschland mehr als 50 importierte Zika-Virus-Infektionen erfasst worden.

Symptomatik

Die Infektionskrankheit geht mit Fieber, Hautausschlag, Gelenkschmerzen, einer Entzündung der Augenbindehaut sowie seltener Muskel- bzw. Kopfschmerzen und Erbrechen einher. Der Hautaus-schlag hält im Mittel sechs Tage an, andere Symptome nehmen früher ab.

Häufig verläuft die Infektion asymptomatisch oder nur mit milden Symptomen. Bislang sind nur vereinzelte Todesfälle dokumentiert, die überwiegend mit anderen Vorerkrankungen vergesellschaf-tet waren.

Seit September 2015 gibt es vermehrt Berichte aus Brasilien, dass Fälle von Mikroenzephalie (relativ kleiner Kopfumfang bei Neugeboren häufig einhergehend mit geistiger Behinderung) möglicher-weise mit einer Zika-Virus-Infektion während des 1. Drittels der Schwangerschaft zusammenhängen. Der ursächliche Zusammenhang ist zwar noch nicht eindeutig bewiesen, da auch andere Faktoren, verantwortlich sein können, erscheint aber wahrscheinlich. Allein in Brasilien wurden seit Oktober 2015 mehr als 1.800 Kinder mit bestätigten Zika-Virus-assoziierten Kopf- und Gehirn-Fehlbildungen registriert.

Diagnostik

Eine diagnostische Abgrenzung zu den identisch übertragbaren und mit ähnlichen Symptomen einhergehenden Dengue- und Chikungunya-Erkrankungen gelingt nur über eine Blutentnahme zum direkten Virusnachweis.

Therapie bzw. Vorbeugung

Eine Impfung oder medikamentöse Prophylaxe gegen die Erkrankung existiert nicht, die wichtigste Schutzmaßnahme ist daher die Vermeidung von Mückenstichen. Schwangere und Frauen, die zeitnah eine Schwangerschaft planen, sollten möglichst von nicht zwingend notwendigen Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen Abstand nehmen. Während einer unvermeidbaren Reise ist auf die konsequente Einhaltung persönlicher Mückenschutzmaßnahmen zu achten z.B. lange bedeckende, möglichst helle Kleidung, mehrmals täglich Auftragen von Repellentien auf unbedeckte Hautflächen, Aufenthalt in mittels Klimaanlage und Fliegengitter mückensicheren Räumen bzw. unter einem imprägnierten Moskitonetz. Bei Sexualkontakten mit potenziell infizierten Reiserückkehrern sollten für die Dauer von sechs Monaten Kondome verwendet werden.

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